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SWOT-Analyse im Karrierecoaching – Ein Werkzeug für (fast) alle Fälle

SWOT-Analyse im Karrierecoaching
Am Flipchart werden neue Informationen während der SWOT-Analyse sofort transparent gemacht

SWOT – ein Instrument der strategischen Planung in Organisationen

Seit einigen Jahren setze ich immer wieder die SWOT-Analyse in der in der Arbeit mit meinen KlientInnen im Karrierecoaching ein. Bekanntlich ist SWOT ein Instrument der strategischen Planung, bei dem (organisations)interne Schwächen und Stärken (engl. Strengths, Weaknesses) sowie externe Chancen und Risiken (engl. Opportunities,Threats) im Organisationsumfeld erfasst werden. Aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe leitet sich das Akronym SWOT ab. Im Ergebnis – und das ist Entscheidende an der SWOT-Analyse – können Kombinationen von Stärken-Chancen, Stärken – Risiken, Schwächen – Chancen sowie Schwächen-Risiken durchgespielt und zur Optimierung von Stärken bzw. zur Minimierung von Risiken genutzt werden.

SWOT – auch im Karrierecoaching sinnvoll

Dieses Analyseinstrument lässt sich ohne Weiteres auch auf die Arbeit mit KlientInnen im Einzelcoaching übertragen. Ich habe SWOT-Analysen schon zu den verschiedensten Themen und Anlässen erfolgreich durchgeführt. Hier einige Beispiele:

  • Wie realistisch ist die berufliche Option „Ärztin/Arzt“ als Zweitstudium?
  • Bin ich eine Beraterpersönlichkeit?
  • Wie chancenreich ist eine berufliche Selbständigkeit als MediatorIn?
  • Wie positioniere ich mich als über 50jährige/r auf dem Arbeitsmarkt?
  • Wie sieht eine erfolgreiche berufliche Strategie aus, die berücksichtigt, dass ich mit meinen Kräften haushalten muss?
  • Werde ich mit meinem Produkt / meiner Dienstleistung am Markt Erfolg haben?
  • Ich als „Marke“?

Letztlich dient die SWOT-Analyse der Vorbereitung wichtiger Karriereentscheidungen. Dabei gibt es kaum eine Frage, die nicht sinnvoll mit Hilfe dieser strukturierten Methode bearbeitet werden kann.

SWOT im Karrierecoaching – so gehe ich vor

Wann schlage ich einer KlientIn vor, eine SWOT-Analyse durchzuführen? Ausschlaggebend kann sein, dass die KlientIn es mag, wenn ein Reflexionsprozess in einer strukturierten Form moderiert und die Ergebnisse schriftlich erfasst werden. Mitunter sind während eines Entscheidungsprozesses so viele Einflüsse bzw. Informationen auf eine ungeordnete chaotische Weise präsent, so dass sie bei der KlientIn Grübeln, Stress und Gedankenschleifen auslösen, was letztlich zu Entscheidungsunfähigkeit führt. Es kann aber auch sein, dass eine Entscheidungsoption ungeprüft bevorzugt wird, ohne dass wesentliche Risiken betrachtet werden bzw. das eine möglicherweise aussichtsreiche Alternative vorschnell verworfen wird.

Die SWOT-Analyse selbst führe ich am Flipchart durch oder im Online-Coaching mit Hilfe einer freigegebenen Word-Datei. Dabei lege ich zunächst eine Matrix mit vier Feldern an, bei der auf der linken Seite die internen Stärken und Schwächen und auf der rechten Seite die externen Chancen und Risiken erfasst werden.

Schritt 1: reflektieren und erfassen

Ich beginne die SWOT-Analyse gern damit, dass ich eine ganz offensichtliche Stärke (z.B. „Berufserfahrung“ bei der Frage „Als über 50jähriger auf dem Arbeitsmarkt“) erfasse und meine KlientInnen dann bitte, ungefiltert weitere Ideen für Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken laut auszusprechen. Ich ordne dann die Antworten den passenden Feldern zu. Dabei lasse ich meinen KlientInnen Zeit und vermittle viel Zuversicht, dass sich die Matrix schon füllen wird. Ich wertschätze auch Schwächen und Risiken als im Sinne des Instruments wichtige Inhalte. Und ich stelle neugierige Fragen bzw. biete eigene Hypothesen an. Manchmal ist es auch notwendig, kritisch nachzubohren und Phasen des Nachdenkens geduldig auszuhalten. Den Reflexionsprozess positiv und ohne Energieverlust am Laufen zu halten – darin sehe ich in dieser Phase meine Hautaufgabe als Coach.

Wichtig ist auch, interne und externe Faktoren richtig voneinander abzugrenzen. Im geschilderten Beispiel „50jährige/r am Arbeitsmarkt“ kann „nachlassende Belastbarkeit“ eine Schwäche sein. Ein (externes) Risiko wäre diese dann, wenn Personalverantwortliche älteren Bewerbenden „nachlassende Belastbarkeit“ zuschreiben. Oder: langjährige Berufserfahrung ist sicher eine Stärke. Wobei genau zu differenzieren ist, worin diese Stärke besteht. Sie kann aber auch eine Chance sein oder ein Risiko; je nachdem, ob in der jeweiligen Branche oder im betreffenden Unternehmen Berufserfahrung geschätzt wird oder als Ausdruck mangelnder Flexibilität gesehen wird. Hier sehr genau zu sein und immer wieder auch kritisch nachzufragen, ist eine weitere Kompetenz des Coachs.

Schritt 2: auswerten

Im nächsten Schritt werden Kombinationen durchgespielt, um Stärken zu optimieren, mit Schwächen umzugehen, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren. Dazu werden beispielsweise Schwächen und Stärken miteinander in Beziehung gesetzt, um eine Antwort auf die Frage zu finden: Welche Stärken gleichen meine Schwäche aus?

Die Stärke des Instruments SWOT-Analyse besteht darin, dass sehr viel Material für die strategischen Fragen zusammengetragen wird. Wenn der vorherige Schritt der Erfassung gut gelingt, werden zahlreiche weiterführende Antworten möglich.

Schritt 3: transferieren

Im abschließenden Prozessschritt einer SWOT-Analyse werden die Ergebnisse transferiert, um z.B. ein Anschreiben für eine offene Stelle prägnanter zu formulieren, um eine Präsentation oder ein Bewerbungsgespräch vorzubereiten oder um einen Businessplan zu schreiben,… Die SWOT-Analyse bereitet somit den Einsatz weiterer Tools im Karrierecoaching vor oder bildet die Grundlage von Aufgaben / Experimenten, die zwischen Coach und KlientIn vereinbart werden.

Warum ist eine SWOT-Analyse im Karrierecoaching effektiv und nützlich?

Ich persönlich mag Werkzeuge, die ein strukturiertes Erfassen vieler zuvor ungeordneter Informationen ermöglichen. Die vorgegebene Struktur entlastet Coach und KlientIn gleichermaßen, weil sie beiden Orientierung gibt. Die dadurch hergestellte und mögliche Ordnung klärt vieles und führt mitunter sofort dazu, dass Fragen beantwortet und Entscheidungen betroffen werden.

Die SWOT-Analyse löst oft Aha-Momente aus. KlientInnen erkennen beispielsweise klarer, dass sie mit Schwächen und Risiken umgehen können, dass sie sie managen können. Dies hat selbstverständlich Konsequenzen für die Bewertung der (Entscheidungs)Option insgesamt.

Die Reflexion während einer SWOT-Analyse ist ein Interaktionsprozess auf Augenhöhe,

  • der ein gemeinsames Verständnis vieler Sachverhalte ermöglicht;
  • der viele neue Fragen anstößt, die dann im weiteren Verlauf des Coachingprozesses bearbeitet werden können und
  • der die Arbeits- und Vertrauensbeziehung zwischen Coach und KlientIn stärkt.

Ich als Coach habe noch nicht eine einzige SWOT-Analyse bereut oder als zäh bzw. ohne Ertrag erlebt. Im Gegenteil: das gemeinsame Reflektieren, Auswerten und Transferieren hat mir meist Spaß gemacht. Belohnt wurde ich mit dem Gefühl und oft auch mit dem offen ausgesprochenen Feedback: Wir haben da wirklich ein gutes Ergebnis erreicht, mit dem wir weiterarbeiten können.

Ihr Coach

Ich bin zertifizierter Coach (CPCC), Psychodramatiker und Improtheaterspieler.

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Kundenstimmen

  • Wenn ich spiele, gibt das einen direkten Impuls. Es ist ganz anders als drüber zu reden. Wenn man redet, denkt man nach, aber spürt es im Körper gar nicht. Die szenische Exposition ist viel klarer. Da kommt viel mehr bei rum und man spürt mit allen Sinne, was da passiert.

    David Feldmann
    Physiker
  • Was es mir bringt spielerisch zu arbeiten? Es ist die Leichtigkeit, die dadurch entsteht. Es nimmt die Schwere, es nimmt auch die Angst vor bestimmten Dingen. Es bringt auch Freiheit.

    Simone Bloeß
    Yogalehrerin
  • Stefan schafft einen vertrauensvollen Raum, in dem sich die Teilnehmenden völlig frei ausprobieren können. Er hat ein tolles Gespür für die Gruppe und kann spontan darauf reagieren, wie es der Gruppe gerade geht. Er hat zudem das handwerkliche und professionelle Know-how, um mit den einzelnen Übungen die Gruppe immer wieder in neue Experimentierfelder zu führen.“

    Stephan Schill
    Stephan Schill
    Schauspieler und Trainer
  • Bei dieser Herangehensweise, körperlich über Dinge nachzudenken, habe ich gemerkt, dass die Erfahrung sehr lebendig macht und auch sehr lebendig in mir verankert. Ich gehe mit diesem Körpergefühl raus – und das bleibt.“

    Susanne Langer
    Coach
  • Ich war überrascht, dass ich es geschafft habe, mich selbst herauszufordern. Ich glaube, dass liegt daran, weil Stefan die Übungen gut durchdenkt, didaktisch gut aufbaut und methodisch gut erklärt.

    Tobias Schröder
    Tobias Schröder
    Eventmanager