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Ich will wirken wie ein Baum – Coaching für das Bewerbungsgespräch

Wozu brauche ich ein Coaching für das Bewerbungsgespräch? Ich bin doch kompetent für die Stellen, auf die ich mich bewerbe. Und die Standardfragen a la „Wo sehen Sie sich in Ihrer Karriere 5 Jahren?“ kann ich auch alle beantworten. So mag häufig die erste spontane Reaktion auf das Angebot eines Jobcoaching oder Bewerbungscoaching ausfallen. Ganz ehrlich: lange habe ich ebenso gedacht und das Ganze für ein Training von Taschenspielertricks gehalten, die mit authentischem Auftreten nicht das Geringste zu tun haben. Also typische Hochstapelei, die sich Coaching nennt, aber eigentlich Dressur meint.

Meine eigenen Vorbehalte gegen ein Jobcoaching hielten solange vor, bis ich auf Wunsch einer Klientin selbst das erste durchführte. Dabei und bei allen weiteren Coachinggesprächen für ein Bewerbungsgespräch machte und mache ich immer wieder die gleiche überraschende Erfahrung. Meine Klienten sind verblüfft, wie wenig sie auf die konkrete Bewerbungssituation eingestellt waren. Und wie viel sie in relativ kurzer Zeit tun können, um sich effektiv vorzubereiten. Oft sind es gerade ganz einfache Fragen, auf die eine Antwort schwerfällt: Warum bewerben Sie sich auf diese Stelle? Was würden Sie in dieser Position anders machen? Wie gehen Sie mit Konflikten um? etc.

Weil Bewerbungssituationen eher selten sind (Wer wird schon alle 14 Tage zum Auswahlgespräch eingeladen!?), haben viele Menschen beim Gedanken daran ein ungutes Gefühl. Der innere Saboteur meldet sich und flüstert uns ein: „Das kannst du nicht!“ Dabei ist es genau umgekehrt: Weil sie selten sind, brauchen wir keinen Autopiloten, um in diesen Situationen bestehen zu können. Wir müssen also nicht langwierig üben, um komplexe Automatismen zu verinnerlichen, sondern können uns sehr gut gezielt vorbereiten. Außerdem ist die Motivation für eine gute Vorbereitung extrem hoch. Im Coaching gelingt es meinen Klienten leicht, sich spontan in unterschiedliche Rollen einzufühlen. Im Bewerbungscoaching geht es schließlich nicht um Auswendiglernen, sondern um die Stimmigkeit von Zielen, innerer Haltung und äußerem Ausdruck. Diese drei Zutaten für ein erfolgreiches Jobinterview lassen sich gut klären: Was willst du erreichen? Welche innere Haltung unterstützt dich dabei? Wie willst du wirken?

Mittlerweile hat sich aus der Erfahrung eine Coachingmethode herauskristallisiert, die sehr wirksam ist und obendrein auch noch Spaß macht. Mein Coaching für ein Jobinterview läuft folgendermaßen ab:

Zur Einstimmung beginne ich oft mit einer kurzen Meditation, die die Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt herstellt.

Im Anschluss erfolgt ein Rollenspiel, bei dem mein/e Klient/in die Rolle des Interviewers im Bewerbungsgespräch einnimmt und alles fragt, was sie/er von den potentiellen Kandidaten in Erfahrung bringen möchte. Ich spiele dabei zeitweise die Rolle des Bewerbers, trete aber auch aus dieser Rolle heraus und ermutige den „Interviewer“ ruhig auch „böse“ Fragen zu stellen. Dieses kurze Rollenspiel löst oft den eingangs erwähnten Aha-Effekt aus. Mir zeigt das Rollenspiel, wie vertraut der Bewerber mit der Situation und der angestrebten Position ist. Je flüssiger die Fragen kommen, desto intensiver ist der Zugang.

Im nächsten Schritt geht es um die innere Haltung, die das Ziel am besten unterstützt. Die Haltung, mit der ein Bewerber in das Jobinterview geht, ist zentral für den Erfolg. Sie unterstützt das Ziel und bestimmt das Auftreten. Manchen Bewerbern ist nicht bewusst, dass sie zum Ausdruck bringen: „Gebt mir eine letzte Chance.“ Wenn ich sie bitte, ihre Haltung zu formulieren, sind sie dann etwas ratlos. Dieser Satz kann es ja wohl nicht sein!

Voraussetzung für eine überzeugende Präsenz im Bewerbungsgespräch ist eine klare Antwort auf die Frage „Wie will ich wirken?“ Die Suche nach einer Antwort kann selbst ein motivierender und kreativer Prozess sein. Ich ermutige dazu, verschiedene Perspektiven auszuprobieren, die auf den ersten Blick gar nicht so viel mit der Bewerbungssituation zu tun haben. Wie wäre es beispielsweise „ein Baum“ zu sein – mit wuchtigem schattenspendenden Blätterdach, tiefen Wurzeln, gutem Überblick und sicherem Stand. Oder wozu kann die spielerische Leichtigkeit eines Kindes gut sein? Vielleicht für das mutige Bejahen von Herausforderungen und für den optimistischen Umgang mit Fehlern? In diesem Prozess probieren meine Klienten 4 bis 5 verschiedene Perspektiven aus und wählen dann diejenige, die am besten „passt“. Bei dieser Auswahl spielt die Intuition, das sogenannte Bauchgefühl, eine große Rolle. Je stärker das innere „Ja“ zu einer Perspektive, desto authentischer und überzeugender wird der Auftritt in der Bewerbungssituation sein. Wir erarbeiten dann gemeinsam, wie die angestrebte Wirkung in Körperhaltung, Mimik, Gestik, Stimme und Argumentation umgesetzt werden kann.

Den Abschluss des Coaching bildet das Bewerbungsgespräch, sozusagen die Generalprobe. Hierbei übernimmt der Coach die Rolle des potentiellen Arbeitgebers und stellt alle Fragen, die im ersten Schritt erarbeitet wurden. In diesem Rollenspiel wird sehr deutlich, welche Argumentation noch nicht schlüssig ist und wo klare Antworten noch fehlen. Von Zeit zu Zeit unterbreche ich das Spiel und gebe ein Feedback, zum Beispiel wenn die nonverbale Kommunikation nicht mit der angestrebten Wirkung übereinstimmt. Wenn ein Bewerber aus der Perspektive des Baums in das Gespräch gehen und einen sicheren stabilen Eindruck vermitteln möchte, dann aber unruhig auf dem Stuhl umher rutscht oder den Blicken anderer ausweicht. Oft sind nur wenige Hinweise und Korrekturen nötig, um die Stimmigkeit zwischen Haltung und Auftreten herzustellen.

Der dargestellte Prozess fördert eine Fülle von Informationen für einen wirkungsvollen Auftritt im Jobinterview zutage. Vor allem aber vermittelt er Klarheit in den wichtigen Fragen: Was will ich? Welche Haltung will ich dabei einnehmen? Wie will ich wirken?

Ihr Coach

Ich bin zertifizierter Coach (CPCC), Psychodramatiker und Improtheaterspieler.
2 Responses
  1. ich kann das nur bestätigen. In zahlreichen Workshops habe ich eine riesen Menge an Klienten auf Vorstellungsgespräche vorbereitet. Wenn man dann selbst in einem Vorstellungsgespräch sitzt, ist alles was man selbst weiß wie weggespült. Man muss es halt auch selbst immer wieder trainieren.

    ich habe jedenfalls festgestellt, dass meine Teilnehmer am erfolgreichsten sind, wenn sie authentisch sind. Auf richtige Antworten dressieren, bringt in der Regel nicht das gewünschte Ergebnis.

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Kundenstimmen

  • Wenn ich spiele, gibt das einen direkten Impuls. Es ist ganz anders als drüber zu reden. Wenn man redet, denkt man nach, aber spürt es im Körper gar nicht. Die szenische Exposition ist viel klarer. Da kommt viel mehr bei rum und man spürt mit allen Sinne, was da passiert.

    David Feldmann
    Physiker
  • Was es mir bringt spielerisch zu arbeiten? Es ist die Leichtigkeit, die dadurch entsteht. Es nimmt die Schwere, es nimmt auch die Angst vor bestimmten Dingen. Es bringt auch Freiheit.

    Simone Bloeß
    Yogalehrerin
  • Stefan schafft einen vertrauensvollen Raum, in dem sich die Teilnehmenden völlig frei ausprobieren können. Er hat ein tolles Gespür für die Gruppe und kann spontan darauf reagieren, wie es der Gruppe gerade geht. Er hat zudem das handwerkliche und professionelle Know-how, um mit den einzelnen Übungen die Gruppe immer wieder in neue Experimentierfelder zu führen.“

    Stephan Schill
    Stephan Schill
    Schauspieler und Trainer
  • Bei dieser Herangehensweise, körperlich über Dinge nachzudenken, habe ich gemerkt, dass die Erfahrung sehr lebendig macht und auch sehr lebendig in mir verankert. Ich gehe mit diesem Körpergefühl raus – und das bleibt.“

    Susanne Langer
    Coach
  • Ich war überrascht, dass ich es geschafft habe, mich selbst herauszufordern. Ich glaube, dass liegt daran, weil Stefan die Übungen gut durchdenkt, didaktisch gut aufbaut und methodisch gut erklärt.

    Tobias Schröder
    Tobias Schröder
    Eventmanager