In 60 Sekunden überzeugen – der Weg zum erfolgreichen Elevator Pitch

Einen potentiellen Arbeitgeber überzeugen. Der Artikel beschreibt fünf Schritte zu einem effektiven Elevator Pitch.

Andere Menschen für seine gute Idee gewinnen. Auf die eigenen Kompetenzen aufmerksam machen. Einen potentiellen Arbeitgeber überzeugen. Elevator Pitch heißt die Technik, mit der diese Ziele optimal umgesetzt werden sollen. Erfunden wurde Sie von Vertriebsmitarbeitern, die oftmals nur eine Fahrstuhlfahrt (Elevator) hatten, um den Chef von einer neuen Marketingidee zu überzeugen. In nur 60 Sekunden soll das eigene Anliegen prägnant vorgetragen werden.

Die eigene Botschaft sicher, kurz und motivierend zu formulieren ist gar nicht so leicht. Gerade weil uns das Anliegen wichtig ist, möchten wir möglichst ausführlich begründen. Worunter allerdings Klarheit und letztlich auch Überzeugungskraft leiden. Genau hier setzen die Formulierung und das Training eines Elevator Pitch korrigierend an.

In meiner Coachingpraxis treffe ich viele Menschen, die von dieser Methode zu den verschiedensten Anlässen profitieren. Aus meiner Erfahrung haben sich die folgenden fünf Schritte bewährt, mit denen ein oder mehrere Pitches schnell formuliert und effektiv geübt werden können. Sie können in einem 1-2stündigen Coaching absolviert, aber auch ohne die Unterstützung durch einen Coach nachvollzogen werden. Sie brauchen dafür nicht viel: etwas  Zeit, Moderationsmaterial und zum Üben einen Testpartner:

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Endlich Chefsache – Ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung und Leadership

Ein Thema endlich zur Chefsache machen! Diese Forderung geht vorzugsweise an politische Verantwortungsträger. Berechtigt oder nicht?

Ein Thema endlich zur Chefsache machen! Diese Forderung wird vorzugsweise an politische Verant-wortungsträger gerichtet. Manche der so Angesprochenen lassen sich nicht lange bitten und erklären ein Thema gleich proaktiv zur Chefsache.

Hier eine Auswahl aktueller Artikelüberschriften:
„Innenminister … hat das Thema zur Chefsache erklärt.“
„… will Wirtschaft zur Chefsache machen.“
„Herr…, erklären Sie die Flüchtlingspolitik endlich zur Chefsache!“
„Neue Stabsstelle: Integration wird Chefsache.“

Nicht nur die großen Themen wie Flüchtlinge, Integration und Wirtschaft können Chefsache werden, sondern auch Baulandzuweisung, Flutpolder, Mitarbeiter, Bebauungspläne, Produktkostenmanagement, Gesundheitsmanagement,…

Scheinbar kein Thema ist vor dieser Forderung sicher. Gern wird sie flankiert von dem Vorwurf fehlender Führung, von der Forderung, endlich mal auf den Tisch zu hauen. Und die aktiven zur-Chefsache-Erklärer holen gern alle Beteiligten an einen Tisch oder richten Stabsstellen und Arbeitskreise ein.

Ich hege ein tiefes Misstrauen – sowohl gegen die Forderung als auch gegenüber der Erklärung. Immer suggeriert „endlich Chefsache“ einen Schritt nach vorn, hin zu einer Lösung. Und bemäntelt dabei, was sie im Kern oft ist: die Delegation von Verantwortung für das Funktionierendes des Ganzen an Einzelpersonen.

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Die Einsamkeit des Bürgermeisters

Führungspositionen machen einsam, zumindest in der Wirtschaft. Stimmt dieser Satz auch für Chefs in Verwaltungen?

Dass Führungspositionen einsam machen, gilt als bekannte Tatsache. Wer über die Einsamkeit von Chefs spricht, hat meist sofort einen Spitzenmanager in einem großen Unternehmen vor Augen. Als Coach, der mit Führungskräften aus Politik und Verwaltung arbeitet, weiß ich, dass das Gefühl, einsam zu sein, auch in Amtsstuben gut bekannt ist. Nach meiner Erfahrung trifft das in besonderem Maß auf Bürgermeister zu. Das Amt eines Bürgermeisters betrachte ich mittlerweile als einen der am meisten herausfordernden Jobs. Das folgende Szenario habe ich aus Respekt jenen Menschen gegenüber geschrieben, die sich dieser wichtigen Aufgabe stellen und die den Vorsätze treu bleiben, mit denen sie zur Wahl angetreten sind.

Die folgende (Lehr)Geschichte muss nicht repräsentativ für jede/n neu gewählte/n Bürgermeister/in sein. Worauf es mir ankommt: Meine Absicht ist es, den Kontext zu beschreiben, der sich alle Bürgermeister ausnahmslos gegenübersehen und die sie je nach Persönlichkeit und der (UN)Gunst konkreter Umständen mehr oder weniger leicht meistern:

Es war einmal…

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Speedcoaching für alle…

Erfahrungen aus meinem zweiten Coaching-Flashmob am 5. Dezember 2014 in London

Seit 2012 organisiert Shivani Mair in London und in drei weiteren Städten in Großbritannien sog. Coaching Flashmobs, bei denen erfahrene Coaches Menschen auf der Straße ansprechen und sie zu einem kostenfreien Speedcoaching einladen. Shivanis Beispiel sind bisher Coaches in weltweit 45 weiteren Städten gefolgt.

Ich habe nach November 2013 am vergangenen Wochenende an meinem zweiten Flashmob in London teilgenommen. Wir waren 11 Coaches und 6 Assistenten und haben gemeinsam in knapp vier Stunden 158 Menschen entweder gecoacht oder ein Gespräch über Coaching geführt. Der Flashmob fand in Walthamstow statt, einem Vorort mit vielen Einwanderern auswalthamstow ehemaligen britischen Kolonien und aus Osteuropa. Kaum jemand wusste wirklich, was Coaching ist. Um so berührender war es für mich, wenn ich nach 10-15 Minuten Coachinggespräch hört: „Es war gut, einmal über die wichtigen Fragen in meinem Leben gesprochen zu haben.“ Mich bewegt noch immer die Offenheit und der Mut der Menschen, mit einem völlig Fremden über ganz persönliche Dinge zu sprechen. Ich spürte wieder, wir wirksam Coaching sein kann und wie diese Wirkung schon nach wenigen Minuten intensiven Gesprächs möglich wird (über die Wirksamkeit von Speedcoaching habe ich bereits in einem früheren Blogbeitrag geschrieben).

Die Coachingsgespräche in Walthamstow haben mir vor Augen geführt, dass Coaching mehr ist als eine  elitäre Optimierungsübung für Manager. Klar, Coaches müssen Geld verdienen. Aber ihre gesellschaftliche Berechtigung erwirbt Coaching als Dienstleistung für mich dadurch, dass es Angebote für alle Menschen macht und – ja – auch auf die Straße geht; nach Walthamstow oder Berlin-Lichtenberg…

Mehr zu den Ergebnissen bisheriger Flashmobs finden Sie hier: www.creativeby-nature.com

 

 

Karriereentscheidungen richtig treffen

Gerade bei Karriereentscheidungen ist es wichtig, typische Entscheidungsfehler zu vermeiden. Aber wie geht das?

Drei Lebensaufgaben spielen auch  für den Verlauf einer Karriere eine große Rolle:

  • Veränderungsprozesse gestalten,
  • eine Antwort auf die Frage finden: „Was will ich?“
  • und Entscheidungen treffen.

Der Weg zur richtigen Entscheidung schien lange klar: Optionen suchen, pro- und kontra-Liste schreiben, auswählen und loslegen. Der Glaube in einen rein auf den Verstand setzenden Prozess wurde jedoch erschüttert als beispielsweise in Tests zufällig ausgewählte Passanten auf der Straße mit ihren Aktienempfehlungen besser lagen als professionelle Händler. Es schlug die Stunde der Bauchentscheidungen. Aber auch unsere Intuition kann uns täuschen. Ganz klar: Es kommt auf die richtige Balance zwischen Verstand und Intuition in Entscheidungsprozessen an. Aber wie geht das?

 Die amerikanischen Autoren Chip und Dan Heath haben ein Buch über Entscheidungsprozesse geschrieben, das mit einer sorgfältigen Analyse von typischen Entscheidungsfehlern beginnt. Sie identifizieren vier Fallen, in die wir bei unseren Entscheidungen immer wieder tappen:

  •  Wir verengen den Fokus auf „entweder – oder“ Situationen, statt nach der Möglichkeit eines „sowohl – als auch“ zu fragen.
  • Bei der Bewertung von Alternativen sammeln bzw. bevorzugen wir jene Informationen, die bereits bestehende Überzeugungen stützen.
  • Wir lassen uns von kurzfristigen Emotionen leiten und fragen nicht nach der langfristigen Tragfähigkeit einer Alternative.
  • Wir vertrauen felsenfest darauf, die Konsequenzen unserer Entscheidungen zu kennen.

Nicht jeder hat das Pech, sich gleich in allen vier Fallstricken zu verfangen. Aber ein enger Entscheidungsfokus und interessengeleitete Bewertung sind auch bei an sich guten Entscheidern durchaus üblich.

Gerade bei großen Weichenstellungen, zu denen Karriereentscheidungen ohne Zweifel gehören, ist es wichtig, diese typischen Entscheidungsfehler zu vermeiden. In meinem Karrierecoaching folge ich daher den Empfehlungen von Chip und Dan Heath und gestalte mit meinen Kunden einen Suchprozess der neben anderen auf jeden Fall die folgenden vier Schritte beinhaltet:

Brainstoming

Auf der Grundlage einer Analyse von Kompetenzen („Was kann ich?“) und Interessen („Was macht mir Spaß“) führen wir gemeinsam ein Brainstorming durch, bei dem es darum geht, möglichst viele neue Optionen zu generieren und viele alternative Wege zu finden, um die eigenen Ziele zu erreichen; auch solche, die auf den ersten Blick eher abwegig erscheinen. Eine Klientin begeisterte sich so kürzlich für die Idee, sich bei einer Baumarktkette als Expertin für die gezielte Ansprache von Frauen als Kundinnen zu bewerben.

Bewertung

Hier geht es darum, zusätzliche Informationen aus neuen Informationsquellen zu sammeln, um den sog. Bestätigungsfehler zu vermeiden. Die eigene Pro- und Kontra-Liste wird erst einmal weggelegt. Die schon vorhandenen Überzeugungen werden als unbestätigte Hypothesen betrachtet, die es zu überprüfen gilt. In diesem Schritt wird der zuvor geweitete Fokus wieder verengt. Übrig bleiben zwei bis drei Optionen.

Distanz

Um eine vorschnelle Entscheidung unter dem Einfluss kurzfristiger Emotionen zu verhindern, kommt es nun darauf an, sich in Geduld zu üben und nicht unmittelbar zu entscheiden. Gerade große Entscheidungen sollten reifen können. Etwas mehr Distanz und Zeit tragen oft dazu bei, Klarheit bezüglich der langfristigen Tragfähigkeit einer Entscheidungsalternative zu erlangen.

Fehlerfreundlichkeit

Karriereentscheidungen erfolgen immer unter Unsicherheit. Wenn wir den Gedanken zulassen, dass wir auch falsch liegen können, fällt der erste Schritt leichter. Wenn wir schon einmal durchgespielt haben, was im Falle des Scheiterns geschehen könnte, verliert die Ungewissheit viel von ihrem Schrecken.

Ein Entscheidungsprozess, der diesem Vorgehen folgt, erfordert etwas mehr Zeit und Aufwand. Der Lohn ist gewählte Alternative, mit der wir gut leben können. Wir haben diese Alternative auf Herz und Nieren geprüft. Und wir überfrachten sie nicht mit hohen Erwartungen. Wir können nun durchstarten – mit Energie, Entschlusskraft, Vorfreude und Gelassenheit….